Zwei Angebote für dieselbe Bürofläche, zwei völlig verschiedene Stundenzahlen, und keines erklärt, wie es dazu kommt. Die Zahl dahinter heißt Flächenleistung: Quadratmeter pro Stunde. Als Richtgröße für die Bürounterhaltsreinigung gelten rund 220, je nach Raumart, Leistungsumfang und Objektgröße reicht die Spanne von rund 130 bis 350 Quadratmetern pro Stunde. Kleine Objekte mit kurzen Einsätzen liegen oft darunter. Hier lesen Sie, wie Sie die Zahl aus einem Angebot zurückrechnen und einordnen, ohne selbst zu kalkulieren.
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Inhalt
- Das Wichtigste in Kürze
- Flächenleistung: was die Kennzahl misst und wie sie gerechnet wird
- Kleine Objekte: warum dort weniger Quadratmeter pro Stunde herauskommen
- Veröffentlichte Richtwerte und die Werte, mit denen am Markt gerechnet wird
- Derselbe Raum, drei Leistungswerte: der Umfang der Tätigkeiten entscheidet
- Möblierung, Bodenbelag, Raumzuschnitt: was den Wert im eigenen Haus verschiebt
- Büro, Flur, Sanitär, Treppenhaus: warum ein Mittelwert für das ganze Objekt täuscht
- Flächen getrennt ausweisen lassen statt eine Gesamtzahl zu akzeptieren
- Angebote prüfen: die Flächenleistung aus den Angaben zurückrechnen
- Grenzen der Kennzahl: was die Flächenleistung nicht beantwortet
- Was Sie aus den Zahlen mitnehmen
Das Wichtigste in Kürze
Die Flächenleistung ergibt sich aus Reinigungsfläche in Quadratmetern geteilt durch den Zeitbedarf in Stunden, mehr steckt rechnerisch nicht dahinter.
Als veröffentlichte Richtgröße für die Bürounterhaltsreinigung gelten rund 220 Quadratmeter pro Stunde, je nach Raumart, Leistungsumfang und Objektgröße reicht die Spanne von rund 130 bis 350 Quadratmetern pro Stunde.
Kleine Objekte mit kurzen Einsätzen liegen oft unter diesen Werten, weil Anfahrt, Rüst- und Wegzeit zu jedem Einsatz dazukommen und sich auf wenige Quadratmeter verteilen.
Ein Mittelwert über das ganze Objekt täuscht: Flur, Sanitärbereich und Treppenhaus liegen weit auseinander, deshalb gehören die Flächen getrennt ins Angebot.
Die zurückgerechnete Zahl ist ein Gesprächsanlass für das nächste Anbietergespräch, kein Beweis, denn Leistungszahlen lassen sich nicht eins zu eins zwischen Objekten übertragen.
Flächenleistung: was die Kennzahl misst und wie sie gerechnet wird
Die Flächenleistung sagt, wie viele Quadratmeter eine Reinigungskraft in einer Stunde bearbeitet. Sie entsteht aus zwei Angaben: Reinigungsfläche in Quadratmetern geteilt durch den Zeitbedarf in Stunden. Mehr steckt rechnerisch nicht dahinter. Aussagekraft bekommt die Zahl erst, wenn dazu steht, welche Tätigkeiten in welchem Intervall enthalten sind.
Der Zeitbedarf wird unterschiedlich genau ermittelt. Am gröbsten ist die Daumenregel: Eine erfahrene Fachperson schätzt den Aufwand für das gesamte Objekt und gleicht ihn mit Erfahrungswerten ab. Genauere Verfahren zerlegen die Arbeit in einzelne Tätigkeiten und hinterlegen für jede einen Sekundenwert. Beide Wege führen am Ende zu derselben Division, aber zu sehr verschiedenen Ergebnissen.
Ein Beispiel für die zweite Logik: Für die Unterhaltsreinigung einer Nassstelle werden 2,5 Minuten angesetzt. Solche Zeitwerte je Einheit summieren sich zum Zeitbedarf, aus dem dann die Quadratmeterleistung wird.
Für Sie ist diese Zahl deshalb interessant, weil sie die einzige Stelle im Angebot ist, an der sich Stundenzahl und Fläche gegenseitig kontrollieren. Wer einen Vertrag unterschreibt, dessen Stundenansatz er nicht erklären kann, steht später allein da, wenn die Geschäftsführung nach der Begründung fragt.
Die Division dauert zwanzig Sekunden.
Kleine Objekte: warum dort weniger Quadratmeter pro Stunde herauskommen
Die veröffentlichten Richtwerte beziehen sich auf größere Büroflächen, die häufig gereinigt werden. In einem kleinen Objekt kommen Anfahrt, Rüstzeit und Wege zu jedem einzelnen Einsatz dazu und verteilen sich auf wenige Quadratmeter. Die zurückgerechnete Flächenleistung liegt dort regelmäßig unter den Spannen großer Objekte, ohne dass am Angebot etwas faul wäre.
Dazu kommt die Personalseite. Kurze Einsätze sind schwer zu besetzen: Eine Reinigungskraft fährt ungern zweimal pro Woche für einen kurzen Einsatz an, wenn sie anderswo täglich mehrere Stunden am Stück arbeiten kann. Reinigungsfirmen vergüten deshalb oft eine Mindestzeit, die über der tatsächlichen Einsatzzeit liegt.
Angenommen, Ihre Bürofläche misst 150 Quadratmeter, gereinigt wird zweimal pro Woche, der Einsatz dauert 1,5 Stunden und vergütet werden 2 Stunden. 150 Quadratmeter geteilt durch 1,5 Stunden ergibt 100 Quadratmeter pro Stunde. 150 Quadratmeter geteilt durch 2 Stunden ergibt 75 Quadratmeter pro Stunde.
Beide Werte liegen unter der Richtgröße, und beide können für ein kleines Büro völlig in Ordnung sein. Der Preis je Quadratmeter fällt dort höher aus als in einem großen, täglich gereinigten Objekt. Das macht ein Angebot nicht unseriös.
Weisen Sie ein Angebot für ein kleines Büro also nicht allein deshalb zurück, weil die zurückgerechnete Zahl nicht an die Werte großer Objekte heranreicht. Fragen Sie stattdessen, wie lange der Einsatz vor Ort dauert und welche Zeit abgerechnet wird.
Reinigungsfirmen vergüten deshalb oft eine Mindestzeit, die über der tatsächlichen Einsatzzeit liegt.
Veröffentlichte Richtwerte und die Werte, mit denen am Markt gerechnet wird
Als veröffentlichte Richtgröße für die Bürounterhaltsreinigung wird eine Leistungszahl von 220 Quadratmetern pro Stunde genannt. Solche Richtwerte leiten sich aus dem Branchendurchschnitt ab und bekommen dadurch den Charakter einer Norm. Vergleichbar sind sie nur als Verhältniszahl, also Fläche zu Zeit. Mit den Zahlen, die am Markt kalkuliert werden, decken sie sich nicht.
Die Lücke ist groß. Wo publizierte Zahlen für die Büroreinigung von 200 Quadratmetern pro Stunde ausgehen, rechnen Reinigungsdienstleister nach eigenen Aussagen in der Praxis mit mehr als 400 Quadratmetern pro Stunde. Für Sanitärräume liegen die angesetzten Werte heute oft bei 70 bis 90 Quadratmetern pro Stunde, theoretisch angesetzt werden 30 bis 60. Das sind Angaben von Anbietern, kein gemessener Durchschnitt.
Dazwischen liegen Studienwerte. Eine REFA-Studie für Bürogebäude ohne Publikumsverkehr weist 279,12 Quadratmeter pro Stunde aus, bezogen auf Einzelbüros mit einer Durchschnittsgröße von 16 Quadratmetern. In diesem Wert sind 10 Prozent Verteilzeit für Störungen und 5 Prozent Rüstzeit bereits enthalten.
Als Vergleichsmaßstab taugt ein Blick nach Österreich. Dort schreibt der Kollektivvertrag aus Arbeitsschutzgründen Obergrenzen vor: im Objektdurchschnitt bis 195 Quadratmeter pro Stunde, beim Einsatz von Großflächenreinigungsgeräten bis 350 Quadratmeter pro Stunde, in Nasszellen bis 60 Quadratmeter Bodenfläche pro Stunde. In Deutschland gilt das nicht, es zeigt aber, wo eine andere Rechtsordnung die Grenze des Zumutbaren zieht.
Als veröffentlichte Richtgröße für die Bürounterhaltsreinigung wird eine Leistungszahl von 220 Quadratmetern pro Stunde genannt.
Derselbe Raum, drei Leistungswerte: der Umfang der Tätigkeiten entscheidet
Ein und derselbe Büroraum ergibt drei verschiedene Leistungswerte, je nachdem, was gereinigt wird und ob Weg- und Rüstzeit eingerechnet sind. Die RAL-Empfehlungen zu Leistungszahlen in der Unterhaltsreinigung führen das an einem Raum von 18 Quadratmetern vor, mit Bodenreinigung 2,5 mal pro Woche und Abfallleerung an fünf Tagen.
Stufe eins: Nur Boden und Abfall. Daraus ergibt sich ein Leistungswert von 349,99 Quadratmetern pro Stunde.
Stufe zwei: Schreibtisch, Fensterbank und Telefon kommen dazu. Der Wert sinkt auf 292,94 Quadratmeter pro Stunde.
Stufe drei: Dazu kommt ein anteiliges, gemitteltes Maß an Rüst- und Wegezeit, das in jeden Leistungswert gehört. Damit landet derselbe Raum bei 225,54 Quadratmetern pro Stunde. Zwischen Stufe eins und Stufe drei liegen über hundert Quadratmeter, ohne dass sich am Raum irgendetwas geändert hätte.
Die zugrunde liegenden Sekundenwerte müssen objektbezogen angepasst werden, die drei Zahlen haben deshalb Beispielcharakter. Als Lesehilfe reichen sie trotzdem: Wenn ein Angebot nahe am oberen Wert liegt, fragen Sie, welche Tätigkeiten darin überhaupt enthalten sind und ob Wegezeiten eingerechnet wurden.
Für Sanitärräume liegen die angesetzten Werte heute oft bei 70 bis 90 Quadratmetern pro Stunde, theoretisch angesetzt werden 30 bis 60.
Möblierung, Bodenbelag, Raumzuschnitt: was den Wert im eigenen Haus verschiebt
Eine Leistungszahl gilt immer für einen bestimmten Zustand. Für unmöblierte Linoleumflächen werden in der Unterhaltsreinigung 120 bis 180 Quadratmeter pro Stunde nass gereinigt. Das Wort unmöbliert zieht den Wert nach oben: Jeder Schreibtischfuß, jeder Rollcontainer und jeder Papierkorb kostet Zeit, die in dieser Spanne nicht steckt.
Deshalb lassen sich keine allgemeinen Richtwerte für Quadratmeterleistungen angeben, die für jedes Haus passen. Leistungswerte sind für jedes Objekt einzeln zu erheben.
Diese Punkte verschieben den Wert in Ihrem Haus nach oben oder unten:
Je mehr dieser Punkte in Ihrem Objekt ungünstig stehen, desto niedriger muss die angesetzte Leistungszahl ausfallen. Ein verwinkeltes Altbaustockwerk mit vielen Einzelbüros und hohem Schmutzeintrag im Winter verträgt keinen Wert, der für offene, wenig möblierte Flächen gebildet wurde. Sie brauchen dafür keine Fachausbildung, nur die Bereitschaft, beim Ortstermin nachzufragen, worauf der Anbieter seine Stunden stützt.
Umfang des Leistungsverzeichnisses, also welche Tätigkeiten je Zone wirklich drinstehen
Reinigungshäufigkeit: täglich, mehrmals wöchentlich oder seltener
Schmutzeintrag, etwa durch Publikumsverkehr, Baustelle oder Außenbereich
Hygieneanforderungen des Objekts
bauliche Gegebenheiten: Raumzuschnitt, Türen, Zwischenböden, Stufen
Reinigungsfreundlichkeit: Zugänglichkeit, Breite der Verkehrsflächen, Bodenbeläge, Möblierung und Überstellungen
Objektorganisation, technische Ausstattung des Anbieters sowie Schulung und Leistungsfähigkeit des Personals
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Büro, Flur, Sanitär, Treppenhaus: warum ein Mittelwert für das ganze Objekt täuscht
Eine einzige Zahl für das gesamte Objekt verdeckt die Unterschiede zwischen den Flächenarten. Ein Flur lässt sich in einem Zug abziehen, ein Sanitärbereich nicht. Mischen Sie beides in einem Mittelwert, sieht das Angebot plausibel aus, während die Zeit an der Stelle fehlt, an der sie am sichtbarsten wäre.
In einer fachlichen Stellungnahme zur Reinigungsvergabe werden als branchenübliche Leistungsmaße genannt: für Büroflächen 250 bis 300 Quadratmeter pro Stunde, für Toiletten 100, für Flurflächen 500 bis 700 Quadratmeter pro Stunde. Umgerechnet heißt das: Für ein Büro von 15 Quadratmetern bleiben drei Minuten, inklusive Saugen, Abstauben waagerechter Flächen und Leeren der Abfallkörbe. Die Verfasser halten fachgerechte Arbeit unter diesen Bedingungen für schwer erreichbar.
Treppenhäuser folgen einer eigenen Logik, abhängig vom Intervall:
Beim Treppenhaus zählt das Intervall mehr als der Belag. Ob Hartboden oder Textil, spielt eine untergeordnete Rolle, und die Leistungszahl schließt Zwischenböden, Handläufe, Fußleisten und Geländer mit ein.
Für Sie zeigt sich das Ergebnis morgens um kurz nach acht: Der Besprechungstisch ist streifenfrei, die Fensterbank trocken, auf dem Rahmen des Aktenschranks liegt kein grauer Film. Genau diese Details fallen zuerst weg, wenn die angesetzte Leistungszahl für die Büroflächen zu hoch liegt.
Treppen bei täglicher oder einmal wöchentlicher Reinigung: 150 bis 180 Quadratmeter pro Stunde
Treppen bei vierzehntäglicher Reinigung: 100 bis 130 Quadratmeter pro Stunde
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Flächen getrennt ausweisen lassen statt eine Gesamtzahl zu akzeptieren
Verlangen Sie die Flächen getrennt nach Raumart, bevor Sie eine Quadratmeterleistung bewerten. Unterhaltsreinigung wird nach Leistungsbeschreibung und Reinigungsplan ausgeführt, und beides gehört zum Angebot. Ohne diese Unterlagen rechnen Sie gegen eine Summe, die niemand aufschlüsselt.
Praktisch heißt das: Bürofläche, Verkehrsfläche, Sanitärbereich und Treppenhaus jeweils in Quadratmetern, dazu das Intervall je Fläche. Wer diese Aufstellung nicht liefert, liefert auch später keine belastbare Grundlage für eine Reklamation.
Angebote prüfen: die Flächenleistung aus den Angaben zurückrechnen
Rechnen Sie rückwärts: gereinigte Fläche geteilt durch die angesetzten Stunden, getrennt nach Raumarten. Dafür brauchen Sie nur zwei Zeilen aus dem Angebot, die Flächenangabe und die Wochenstunden. Das Ergebnis vergleichen Sie mit den Spannen oben. Liegt es weit darüber, fragen Sie nach, statt zu unterstellen.
Angenommen, Ihre Bürofläche misst 800 Quadratmeter, gereinigt wird an fünf Tagen pro Woche, und das Angebot nennt 15 Wochenstunden. 15 Stunden geteilt durch fünf Reinigungstage ergibt drei Stunden pro Tag. 800 Quadratmeter geteilt durch drei Stunden ergibt rund 267 Quadratmeter pro Stunde. Dieser Wert liegt im Bereich der Zahlen, die für Büroflächen am Markt genannt werden.
Nehmen wir an, ein zweites Angebot nennt für dieselbe Fläche und dieselben fünf Tage nur 10 Wochenstunden. 10 Stunden geteilt durch fünf Tage ergibt zwei Stunden pro Tag. 800 Quadratmeter geteilt durch zwei Stunden ergibt 400 Quadratmeter pro Stunde. Damit liegt das Angebot am oberen Rand dessen, was Anbieter nach eigener Aussage überhaupt ansetzen, und die Frage nach dem Tätigkeitsumfang wird zwingend.
Damit sich die Zahl überhaupt zurückrechnen lässt, muss das Angebot sechs Angaben enthalten:
Bleiben Zweifel, hilft eine Muster- oder Probereinigung. Der Anbieter reinigt einen abgegrenzten Bereich unter realen Bedingungen, und Sie sehen, was in der angesetzten Zeit entsteht. Üblich ist, dass diese Probereinigung berechnet wird. Fordern Sie Angebote von vornherein mit getrennten Flächen- und Stundenangaben an, dann sparen Sie sich die Nachfragerunde.
Fläche je Raumart in Quadratmetern
Reinigungsintervall je Raumart
Tätigkeiten je Zone, also was konkret gereinigt wird
Wochenstunden, getrennt nach Flächen oder zumindest nach Einsatztagen
Zeitfenster, in dem gereinigt wird
fester Ansprechpartner samt Regelung zur Vertretung bei Krankheit
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Grenzen der Kennzahl: was die Flächenleistung nicht beantwortet
Die Flächenleistung sagt nichts über Qualität, Zuverlässigkeit und Vertretung bei Krankheit. Sie ist eine Verhältniszahl, kein Gütesiegel. Leistungszahlen lassen sich außerdem nicht eins zu eins von einem Objekt auf ein anderes übertragen, weil Zuschnitt, Möblierung und Nutzung sich unterscheiden. Ihre zurückgerechnete Zahl ist ein Gesprächsanlass, keine Beweisführung.
Der Gedanke liegt nahe: Wenn der Preis stimmt und niemand sich beschwert, warum dann nachrechnen? Weil Beschwerden erst kommen, wenn der Vertrag läuft, und weil sich an der Stundenzahl entscheidet, ob eine Vertretung im Krankheitsfall überhaupt möglich ist.
Dass Anbieter ihre eigenen Leistungszahlen nicht offenlegen, ist üblich. Viele behandeln sie als Geschäftsgeheimnis. Verlangen Sie deshalb nicht die Kalkulation, sondern die prüfbaren Angaben: Flächen, Intervalle, Tätigkeiten, Stunden.
Und akzeptieren Sie eine Antwort, die den hohen Wert erklärt, etwa über Maschineneinsatz auf großen zusammenhängenden Flächen. Erklärbar ist nicht dasselbe wie unplausibel.
Was Sie aus den Zahlen mitnehmen
Kurz zusammengefasst, damit Sie beim nächsten Angebotsvergleich nicht neu einsteigen müssen:
Mit diesen Punkten gehen Sie in die nächste Angebotsrunde. Fordern Sie Angebote an, die Flächen, Intervalle und Stunden getrennt ausweisen, und vergleichen Sie erst danach.
Rechnen Sie Fläche geteilt durch Stunden, getrennt nach Büro, Flur, Sanitär und Treppenhaus.
Vergleichen Sie das Ergebnis mit den genannten Spannen und fragen Sie bei Ausreißern nach dem Tätigkeitsumfang.
Prüfen Sie, ob Weg- und Rüstzeiten eingerechnet sind, sie senken den Leistungswert spürbar.
Rechnen Sie bei kleinen Flächen mit kurzen Einsätzen von vornherein mit niedrigeren Werten.
Lassen Sie sich Leistungsbeschreibung und Reinigungsplan geben, bevor Sie eine Quadratmeterzahl bewerten.
Nutzen Sie die zurückgerechnete Zahl als Frage im Gespräch, nicht als Urteil über den Anbieter.
Häufige Fragen
Wie viele Quadratmeter schafft eine Reinigungskraft im Büro pro Stunde?
Eine einzelne Zahl gibt es nicht. Als veröffentlichte Richtgröße für die Bürounterhaltsreinigung wird eine Leistungszahl von 220 Quadratmetern pro Stunde genannt. Eine REFA-Studie weist für Bürogebäude ohne Publikumsverkehr 279,12 Quadratmeter pro Stunde aus, bei Einzelbüros mit durchschnittlich 16 Quadratmetern und eingerechneter Verteil- und Rüstzeit. Am Markt werden nach Anbieterangaben deutlich höhere Werte angesetzt, teils mehr als 400 Quadratmeter pro Stunde. Sinn ergibt jede dieser Zahlen nur zusammen mit dem Tätigkeitsumfang und dem Intervall.
Gelten diese Richtwerte auch für ein kleines Büro?
Nur eingeschränkt. Die veröffentlichten Werte beziehen sich auf größere Flächen, die häufig gereinigt werden. In einem kleinen Objekt verteilen sich Anfahrt, Rüstzeit und Wege auf wenige Quadratmeter, und kurze Einsätze sind schwer zu besetzen, weshalb Reinigungsfirmen oft eine Mindestzeit über der tatsächlichen Einsatzzeit vergüten. Bei 150 Quadratmetern und einem Einsatz von 1,5 Stunden ergibt die Rechnung 100 Quadratmeter pro Stunde, bei vergüteten 2 Stunden sind es 75 Quadratmeter pro Stunde. Werte unterhalb der Richtgröße sind in kleinen Büros normal und kein Grund, ein Angebot abzulehnen.
Wie rechne ich die Flächenleistung aus einem vorliegenden Angebot aus?
Teilen Sie die gereinigte Fläche in Quadratmetern durch die angesetzten Stunden, getrennt nach Raumarten. Rechnen Sie die Wochenstunden zuerst auf einen Reinigungstag herunter: Wochenstunden geteilt durch die Zahl der Reinigungstage ergibt die Stunden pro Tag. Dann teilen Sie die Tagesfläche durch diese Stunden. Das Ergebnis vergleichen Sie mit den Spannen für Büro, Flur, Sanitär und Treppenhaus. Eine Gesamtzahl über alle Flächen hinweg taugt dafür nicht, weil sie die Unterschiede zwischen den Bereichen verdeckt.
Ist ein Angebot mit sehr hoher Flächenleistung automatisch schlechter?
Nein, aber es verlangt eine Erklärung. Große zusammenhängende Flächen, wenig Möblierung und Maschineneinsatz heben den Wert legitim an, in Österreich sind beim Einsatz von Großflächenreinigungsgeräten bis 350 Quadratmeter pro Stunde zulässig gegenüber 195 im Objektdurchschnitt. Fragen Sie deshalb nach dem Tätigkeitsumfang je Zone und danach, ob Weg- und Rüstzeiten eingerechnet sind. Bleibt die Antwort vage, während der Wert deutlich über den genannten Spannen liegt, ist das ein Warnsignal.
Warum nennen mir Reinigungsfirmen ihre Leistungszahlen oft nicht?
Das ist branchenüblich. Reinigungsdienstleister arbeiten mit eigenen Leistungszahlen und behandeln sie häufig als Geschäftsgeheimnis. Verlangen Sie deshalb nicht die Kalkulation, sondern die Angaben, aus denen Sie die Zahl selbst ableiten: Fläche je Raumart, Intervall, Tätigkeiten je Zone, Wochenstunden und Zeitfenster. Bleiben Zweifel, bietet sich eine Muster- oder Probereinigung an. Sie zeigt an einem abgegrenzten Bereich, was in der angesetzten Zeit tatsächlich entsteht, und wird üblicherweise berechnet.
Muss die Flächenleistung im Vertrag oder im Leistungsverzeichnis stehen?
Sie muss es nicht, und meist steht sie dort auch nicht. Verbindlich festgehalten gehören stattdessen die Angaben, aus denen sich die Leistung ergibt: die Flächen je Raumart, die Intervalle, die Tätigkeiten je Zone, das Zeitfenster und der Ansprechpartner samt Vertretungsregelung. Unterhaltsreinigung wird nach Leistungsbeschreibung und Reinigungsplan ausgeführt, beides gehört zur Vertragsgrundlage. Eine Quadratmeterzahl als Vertragspflicht hilft Ihnen wenig, wenn unklar bleibt, welche Arbeiten sie abdeckt.

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